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Vergütung · 29. Juli 2026 · 4 Minuten

Vergütung und Leistung gehören zusammen — bewertet werden sie getrennt

Die Frage „zahlen wir zu viel?“ führt in die Irre, solange nicht geklärt ist, wofür gezahlt wird. Erst die Verbindung beider Größen ergibt ein belastbares Bild.

In Gesprächen über Maklervergütung wird fast immer zuerst nach der Höhe gefragt. Das ist verständlich, greift aber zu kurz. Eine Vergütung ist für sich genommen weder hoch noch niedrig — sie ist angemessen oder unangemessen im Verhältnis zu dem, was dafür erbracht wird.

Zwei Größen, eine Bewertung

Auf der einen Seite steht die Vergütung: Courtage, gegebenenfalls Honorarbestandteile, Subcourtagen bei internationalen Programmen. Auf der anderen Seite der tatsächliche Leistungsumfang: Beratungstiefe, Schadenbegleitung, Programmsteuerung, Reporting, Verfügbarkeit von Fachkapazität.

Beide Größen werden in der Praxis selten zusammen betrachtet. Der Dienstleistungsvertrag beschreibt häufig allgemein, was geleistet werden soll, ohne messbare Service-Level. Die Vergütung ergibt sich aus der Prämie. Zwischen beidem besteht kein definierter Zusammenhang.

Was daraus folgt

Ohne diese Verbindung entstehen drei typische Situationen. Erstens: Die Vergütung steigt mit der Prämie, obwohl der Aufwand gleich bleibt. Zweitens: Vereinbarte Leistungen werden nicht abgerufen, weil niemand ihre Erbringung nachhält. Drittens: Zusätzliche Leistungen werden separat verhandelt, obwohl sie bereits abgegolten sind.

Keine dieser Situationen entsteht aus bösem Willen. Sie sind das Ergebnis fehlender Definition.

Der Weg zur Bewertbarkeit

Ein belastbares Bild entsteht, wenn drei Fragen beantwortet sind:

  • Welche Vergütung fließt insgesamt — national und international, in allen Bestandteilen?
  • Welcher Leistungsumfang ist vertraglich vereinbart, und was wird davon tatsächlich erbracht?
  • Wie verhält sich beides zu vergleichbaren Konstellationen im Markt?

Erst die dritte Frage macht aus einer internen Betrachtung eine Marktvalidierung. Und erst dann lässt sich sachlich verhandeln — auf Augenhöhe und mit eigenen Zahlen statt fremder Darstellung.

Nicht gegen den Makler

Diese Klarheit ist kein Angriff auf die Betreuung. Ein Haus, das gute Arbeit leistet, hat von einer sauberen Leistungsdefinition ebenso Vorteile: Der Wert der eigenen Arbeit wird sichtbar, Diskussionen über Zuständigkeiten entfallen, und die Beziehung ruht auf einer nachvollziehbaren Grundlage.

Transparenz nutzt beiden Seiten. Sie ersetzt Vermutung durch Maßstab.

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